
"Wolken kann man nicht bauen. Und darum wird die erträumte Zukunft nie wahr." - Dieses Zitat von Ludwig Wittgenstein konterkariert der österreichische Künstler Gerwald Rockenschaub mit seinem Projekt für die Außenfassade der Temporären Kunsthalle Berlin. Die zwei abstrahierten weißen Wolken auf strahlend blauem Grund verweisen als gepixelte, kubische Formationen auf den digitalen Ursprung ihrer Formfindung und erinnern in ihrer universellen Lesbarkeit an Computer-Icons. Am historisch und politisch brisanten Schlossplatz, und im informationsüberfluteten Stadtraum wird das Motiv zur individuellen, poetischen Projektionsfläche für alle denkbaren Bilder. Bewusst verweist es auf die Zeitgebundenheit des Projekts Temporäre Kunsthalle Berlin und auf das Prinzip der Vergänglichkeit als Grundlage für die Entstehung von etwas Neuem.
Gerwald Rockenschaub (*1952, Linz) verbindet in seinem Werk konzeptuelle und wahrnehmungspsychologische Ansätze. Seine am Computer generierten Bilder, Objekte, Installationen und Videoarbeiten finden in ihrer sachlichen und klaren Struktur eine abstrakte Form.