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In der zweiteiligen Ausstellung Inner + Outer Space widmet sich die südafrikanische Künstlerin Candice Breitz der Massenwirksamkeit von Populärkultur und dem Einfluss der Kulturindustrie in unserer Gesellschaft. Eine besondere Vermittlungsrolle zwischen einer vorwiegend profitorientierten Massenkultur und dem Individuum spielen Stars, deren extreme Sichtbarkeit leicht zum Trugschluss verleitet, sie als Personen zu kennen. Damit werden Bilder von Stars zu Reibungsflächen der Auseinandersetzung mit unserer eigenen Identität.
Im ersten Teil der Ausstellung (30.10. - 27.11.2008) lag der Fokus der Künstlerin dabei vor allem auf der Rolle, die Popmusik als identitätsstiftendes Moment für deren Fans durch das Kopieren oder Aneignen von Verhaltensweisen ihres Stars spielt. In Part II (28.11. - 28.12.2008) bleibt dieses Thema mit der Arbeit Working Class Hero (A Portrait of John Lennon) erhalten, verschiebt sich aber zugunsten einer Fragestellung, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Populärkultur und der Entstehungs- und Aneignungsprozesse von männlichen Rollenbildern auseinandersetzt. Dabei beschränkt sich der Untersuchungsrahmen aber nicht mehr nur auf Musik, sondern wird ausgeweitet auf den Mainstream-Film, der bei der Konstruktion einer ikonischen Männlichkeit eine zentrale Stellung einnimmt.
Weltweit erstmals präsentiert, steht das Werk Him, 1968-2008, dabei im Zentrum. Der aus dem Kontext seiner Filmrollen herausgelöste Schauspieler Jack Nicholson gerät in einen tiefgründigen, schizophrenen Dialog mit sich selbst. Auch Father, 2005, setzt sich aus Fragmenten berühmter Hollywoodfilme zusammen und stellt die Wirkungsmacht der Schauspieler und die von ihnen repräsentierten Charaktere im Rahmen gängiger geschlechterspezifischer Rollenverteilungen in Frage.

Die Trilogie der Arbeiten Him, Father und Working Class Hero reflektiert so das Selbstverständnis männlicher Rollenbilder und die damit im Zusammenhang von einem gesellschaftlichen Wertewandel ausgelösten inneren wie sozialen Ängste und Konflikte im Spannungsfeld von Projektion und Konsum, Mythos und Idol.

Candice Breitz (*1972 in Johannesburg, Südafrika) lebt und arbeitet seit sechs Jahren in Berlin.
Kurator der Ausstellung ist Dr. Gerald Matt, seit 1996 Direktor der Kunsthalle Wien und seit November 2007 Mitglied des Künstlerischen Beirats der Temporären Kunsthalle Berlin.